Starke Kommunen. Starkes Europa. Starke Gemeinschaft.

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Die Bürogemeinschaft.
Ein modernes EU-Vergaberecht für leistungsfähige Kommunen

Unsere Kommunen – die Gemeinden, Städte, Landkreise und Bezirke – investieren maßgeblich in den gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort. Sie schaffen und erhalten zentrale Infrastruktur und Dienstleistungen im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge, die den Menschen vor Ort direkt zugutekommt. Doch hierfür müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen. Wir begrüßen daher die aktuelle Schwerpunktsetzung der EU-Kommission, das EU-Recht zu vereinfachen, Bürokratie abzubauen und damit die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz der EU zu stärken. Hierbei müssen Entlastungen durch die EU über alle Politikbereiche hinweg und im Sinne eines „kommunalen Omnibus“ die Umsetzungsebene vor Ort mitdenken. Nur so kann langfristig gewährleistet werden, dass Entlastungen nicht allein die Wirtschaft erreichen, sondern auch spürbar in den Kommunen und damit bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen. Insbesondere das Vergaberecht schränkt kommunale Vorhaben durch komplexe Vorschriften und Erfordernisse stark ein. Dies führt so weit, dass sich Kommunen unabhängig von ihrer Größe und dem Grad der „Professionalisierung“ immer öfter in der Praxis gezwungen sehen, externe Dienstleister zu beauftragen, um EU-weite Vergabeverfahren rechtssicher durchzuführen. Dies kann nicht Sinn und Zweck der Vergabevorschriften sein. Notwendig ist vielmehr ein Vergaberecht, das die besondere Rolle der Kommunen für die Gesellschaft und für die Handlungsfähigkeit der EU anerkennt und ihnen praktikable und rechtssichere Verfahren ermöglicht.

Parlamentarisches Frühstück
Die Rolle der Kommunen in der Kreislaufwirtschaft

Eine gelungene Transformation hin zu einer echten europäischen Hashtag#Kreislaufwirtschaft entscheidet sich maßgeblich vor Ort, in unseren Hashtag#Kommunen. Genau diese Frage haben wir heute im Rahmen eines Parlamentarischen Frühstücks in Brüssel thematisiert: Wie schaffen wir ein System, das die kommunale Selbstverwaltung wahrt, ökologisch ambitioniert, wirtschaftlich vernünftig und gleichzeitig praxisnah bleibt? Gemeinsam mit dem Europabüro der baden-württembergischen Kommunen, Christine Singer, MdEP, als Gastgeberin und in Kooperation mit dem VKU - Verband kommunaler Unternehmen e.V. haben unsere Fachexperten mit Institutions- und Verbändevertretern sowie den Abgeordneten Christian Doleschal und Marion Walsmann diskutiert: Landrat Thomas Ebeling, Vorsitzender des Z-M-S Schwandorf , Prof. Dr. Alexis von Komorowski, Hauptgeschäftsführer des Landkreistag Baden-Württemberg, Dr. Holger Thärichen, Geschäftsführer der Sparte Abfallwirtschaft und Stadtsauberkeit VKS und Gangolf Wasmeier, Geschäftsführer des Zweckverbands Abfallwirtschaft Straubing sowie Dr. Christian Hofer, Bayerischer Landkreistag – alle mit wertvollen Einblicken direkt aus der Praxis kommunaler Abfallwirtschaft. Im Anschluss hatten unsere Experten die Gelegenheit, die kommunalen Sichtweisen auch dem stellvertretenden Leiter des Kabinetts der Umweltkommissarin Rosswall, Jan Ceyssens, darzustellen und für eine praxisnahe, umsetzbare Ausgestaltung des geplanten Gesetzes zu werben. In einem zweiten Termin mit Lawrence Cappelle von DG CLIMA ging es um die sinnvolle Ausgestaltung des EU-Emissionshandelssystems (EU-ETS). Dabei wurde insbesondere deutlich, dass eine ausgewogene Balance zwischen klima- und umweltpolitischen Maßnahmen erforderlich ist.

Die Bürogemeinschaft.
Brüsseler Appell für einen Kommunalen Omnibus

Die kommunalen Spitzen- und Landesverbände Bayerns und Baden-Württembergs haben am 4. November 2025 in Brüssel den Appell „Der kommunale Omnibus – Forderungen für eine Entlastungsagenda der EU, die vor Ort ankommt“ vorgestellt. Hintergrund sind die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Omnibus-Pakete, die bislang vorrangig eine Entlastung der Wirtschaft zum Ziel haben. Der Appell richtet den Blick gezielt auf die kommunale Ebene als Rückgrat staatlichen Handelns. Die Kommunen sind tagtäglich erste Ansprechpartner für ihre Bürger:innen. Sie sind Träger der kommunalen Selbstverwaltung und Gradmesser für die Funktionsfähigkeit des Staates. Deshalb brauchen sie ein EU-Recht, das praxisnah, verständlich und umsetzbar ist – mit weniger Bürokratie, realistischen Fristen und mehr Handlungsspielräumen bei Umwelt-, Beihilfe- und Vergaberecht. Der Appell fasst in diesem Zusammenhang die zentralen Forderungen der bayerischen und der baden-württembergischen Kommunen zusammen, darunter: Umweltrecht: Verzicht auf aufwendige Berichts- und Dokumentationspflichten, praktikablere Übergangsfristen und mehr Flexibilität bei der Umsetzung der Maßnahmen des Grünen Deals, straffere Verfahren im Arten- und Naturschutzrecht, Überprüfung der Wiederherstellungs- und Entwaldungsverordnungen sowie Priorisierung kostengünstiger und schnell umsetzbarer Maßnahmen im Rahmen der Kreislaufwirtschaft. Die Einbeziehung der thermischen Abfallverwertung in den EU-Emissionshandel wird abgelehnt. Vergaberecht: Erhöhung der EU-Schwellenwerte, Ausnahmen für kleine und mittlere Auftraggeber, Freistellung der interkommunalen Zusammenarbeit sowie freiwillige Nutzung von Sozial- und Nachhaltigkeitskriterien. Beihilferecht: Anhebung der De-Minimis-Schwellenwerte sowie praxistaugliche Ausnahmen und Freistellungen, u. a. bei der Wohnraumförderung.

KI Abbildung Kreislaufwirtschaft
Kreislaufwirtschaft als kommunale Zukunftsaufgabe

Die kommunale Ebene und insbesondere die Landkreise und (kreisfreien) Städte und ihre öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger sichern seit Jahrzehnten eine verlässliche, nachhaltige und sozialverträgliche Abfallverwertung und -beseitigung. Das bewährte System der kommunalen Daseinsvorsorge in Deutschland muss auch in einem fortentwickelten europäischen Binnenmarkt eine tragende Rolle spielen. Die Erfahrungen in Deutschland zeigen: Privatwirtschaftliche oder geteilte Zuständigkeiten führen zu höheren Kosten, Intransparenz und mehr Bürokratie. Das „Geschäft mit Abfall“ lässt die zugrundliegenden ökologischen Ziele häufig in den Hintergrund treten. Kreislaufwirtschaft ist zugleich ein zentrales europäisches Zukunftsthema. Der Deal für eine saubere Industrie und die Binnenmarktstrategie nehmen Bezug auf weitere Legislativverfahren, u. a. zur Änderung der Abfallrahmenrichtlinie, zur Harmonisierung der erweiterten Herstellerverantwortung sowie zu Produktpässen und harmonisierten Kennzeichnungspflichten. Die kommunale Ebene ist bereit, diese Bestrebungen aktiv zu unterstützen. Hierzu ist es erforderlich, dass die europäischen Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass es in Anerkennung des Subsidiaritätsgrundsatzes Sache der Mitgliedstaaten bleibt, wie die Sammelzuständigkeit innerstaatlich organisiert wird. Ressourcenschonung, Abfallvermeidung, Wiederverwendung und eine kommunale Recyclingwirtschaft können so effektiv und wirtschaftlich fortentwickelt werden.

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Starke Kommunen und eine starke EU brauchen einander, um erfolgreich Zukunft zu gestalten!

Anlässlich der Europawahlen am 9. Juni 2024 wenden sich die Kommunalen Spitzen- und Landesverbände Bayerns und Baden-Württembergs mit einem gemeinsamen Forderungspapier an die Europapolitik. Darin formulieren sie konkrete Forderungen in den Bereichen Klima und Umwelt, Digitales, Zukunftsinvestitionen, Kohäsionspolitik, Asyl und Migration und zur Stärkung der kommunalen Beteiligung in Europa. Für die Trägerverbände der Bürogemeinschaft des bayerischen und baden-württembergischen Europabüros in Brüssel erklären die Präsidenten Oberbürgermeister Markus Pannermayr (Bayerischer Städtetag), Dr. Uwe Brandl (Bayerischer Gemeindetag), Landrat Thomas Karmasin (Bayerischer Landkreistag), Bezirkstagspräsident Franz Löffler (Bayerischer Bezirketag), Landrat Joachim Walter (Landkreistag BW), Steffen Jäger (Gemeindetag BW) und Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup (Städtetag BW): „Europa ist für kommunale Entscheidungsträgerinnen und -träger mehr als nur ein Ort, an dem EU-Gesetze entstehen. Europa, und damit der Prozess der europäischen Einigung, bedeutet für die Kommunen vielmehr die Hoffnung auf Frieden und die Wahrung von Sicherheit, das Teilen gemeinsamer Werte sowie das Zusammenleben in kultureller Vielfalt und in Wohlstand. Die Ereignisse der letzten Jahre, wie die Corona-Pandemie und die Rückkehr von Krieg nach Europa, zeigen jedoch eindrücklich, dass das Errungene nicht selbstverständlich ist. Die Kommunen wollen gemeinsam mit der EU ein demokratisches Europa bewahren und gestalten.“